Wir brauchen ein starkes Europa!

Christian Heinzl im Sommergespräch – Teil 2

Unternehmer Christian Heinzl zur Entwicklung der deutschen Wirtschaft

Diesen Sommer sind die Strände Spaniens, Italiens oder Griechenlands sehr gut gefüllt. Ein klarer Indikator für die Hochkonjunktur der europäischen Wirtschaft. In der öffentlichen Wahrnehmung droht der europäischen Union derzeit vor allem von außen Gefahr, nämlich aus den USA, Russland oder China. Christian Heinzl, Inhaber und Geschäftsführer der Heinzl-Firmengruppe, über seine Chancen für unsere Wirtschaft, Möglichkeiten bei Fachkräften und wieso große Unternehmen keine Investitionen mehr in die USA tätigen werden, solange Präsident Trump an der Spitze steht.

Der Wirtschaftsmotor brummt – Wie lange wird er das aber noch tun?

Schon mehrere Jahre brummt der Wirtschaftsmotor auf Hochtouren – ein Abschwung ist aktuell auch nicht abzusehen. Eventuell ein leichtes stottern, geschuldet der aktuellen Lage der Weltpolitik vielleicht, aber mehr ist momentan nicht abzusehen.

 

Welche Auswirkungen hätten US Zölle auf deutsche Autos aus Ihrer Sicht?

Aktuell wäre dies Fatal, jedoch nicht gefährdend. Der neue Präsident stößt oft Drohungen aus und spielt gerne mit dem Feuer. Ihm ist aber nicht Bewusst, dass er dadurch die eigene Wirtschaft in seinem Land gefährdet. Namhafte Investoren, wie der deutsche Vorzeigeunternehmer Reinhold Würth, werden keine weiteren Investitionen in den USA vornehmen, solange Präsident Trump das Ruder in der Hand hält.

 

US Präsident Trump hat die EU, neben China und Russland, zu den Feinden gezählt – was bewirkt seine Rhetorik innerhalb Europas?

Hier kommt eine gewisse Unsicherheit auf. Speziell das unberechenbare Element bei diesem Präsidenten lässt in Europa Zweifel steigen, schweißt jedoch im Gegenzug die anderen europäischen Länder enger zusammen.

 

Welche Hebel sollten auf europäischer Ebene getätigt werden, um gegen die schwer berechenbaren USA und dem unaufhaltsamen Chinesen zu bestehen?

Der Zusammenhalt innerhalb der EU muss gestärkt werden. Gerade wirtschaftlich brauchen wir ein starkes Europa. Dies gilt gerade in der Zusammenarbeit mit Rumänien, Ungarn und auch Polen, wo das meiste Personal aktuell für Deutschland und Österreich rekrutiert werden. Diese Kooperation mit Ungarn, Polen und Rumänien, darf nicht dazu führen, dass langfristig diese Fachkräfte ihr Heimatland verlassen, sondern dementsprechend mit Know-how nach einer gewissen Zeit wieder zurückkehren. Ohne die Fachkräfte aus den europäischen Nachbarländern würde der Wirtschaftsmotor in Deutschland und Österreich nicht funktionieren. Nein im Gegenteil – er würde nicht mehr laufen!

 

Die HEINZL-Firmengruppe pflegt gute internationale Kontakte – welches Bild besteht ihrer Einschätzung nach aktuell zu Deutschland?

Politisch gesehen geben wir auf Grund der aktuellen Krise in der Koalition mehr ein Trauerspiel ab, als ein gestärktes Wirtschaftsland. Die schwache Koalition stärkt Deutschland weder national noch international den Rücken und zeigt klare Schwächen im Land auf. Die partnerschaftlichen Bindungen aus wirtschaftlicher Sicht zu China, der USA aber auch zu Russland müssen ausgebaut und verstärkt werden und dürfen nicht wegen anderen innerpolitischen „Kriegsschauplätzen“ ins Abseits rücken. Wir brauchen eine klare Regelung in der Flüchtlingspolitik und mehr Stabilität, um als Wirtschaftsland tatsächlich auch den Wirtschaftsmotor laufenzulassen.

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