Qualifizierte Fachkräfte zu bekommen wird immer schwieriger.

Interview mit Christian Heinzl zum Thema Fachkräftemangel – Teil 1

Unternehmer Christian Heinzl spricht über Fachkräftemangel und Personalbeschaffung aus Osteuropa

Politik, Wissenschaft, Unternehmer, Medien – das Thema Fachkräftemangel ist in aller Munde. Längst handelt es sich hierbei um ein branchenübergreifendes Problem. Fachkräfte aus Osteuropa sind dabei seit Jahren ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Wirtschaft in der DACH-Region. Die HEINZL Firmengruppe ist Spezialist für die Beschaffung und Initiierung von Fachkräften. Im ersten Teil des Interviews gibt Christian Heinzl, Geschäftsführer der HEINZL Firmengruppe, spannende Einblicke zum Thema Fachkräftemangel und Personalbeschaffung aus Osteuropa.

 

Die Wirtschaft boomt, doch an Arbeitskräften mangelt es. Diese Situation scheint sich immer weiter zuzuspitzen. Wie drastischen sind die Folgen?

Der aktuelle Fachkräftemangel verstärkt sich von Tag zu Tag. Dabei sind zwei Themen zu berücksichtigen: Zum einen gibt es in Osteuropa nicht unbegrenzt viele Fachkräfte. Zum anderen wollen auch viele osteuropäische Mitarbeiter wieder zurück, da auch die Heimatländern mittlerweile einiges auf dem Arbeitsmarkt zu bieten haben. Es wird daher immer schwieriger qualifizierte Fachkräfte aus Osteuropa zu bekommen.

 

Im Zusammenhang mit dem Thema Fachkräftemangel hört man häufig von starken regionalen Unterschieden. So sind in Deutschland und Österreich manche Bundesländer stärker betroffen als andere. Können Sie dieser Aussage zustimmen? Falls ja, welche Faktoren tragen zu diesem Unterschied bei?

Ich stimme dieser Aussage zu. Das hat aber nichts damit zu tun, dass eine bestimmte Region schöner ist, sondern ganz einfach mit der räumlich Nähe zu den Herkunftsländern. Da viele Mitarbeiter aus dem Ausland auch regelmäßig nach Hause fahren wollen, bevorzugen sie natürlich eher nähergelegene Bundesländer.

 

Gibt es Länder, aus denen besonders viele Fachkräfte in die DACH-Region kommen?

Die großen Partnerländer der HEINZL Firmengruppe sind sicherlich Ungarn, Rumänien, Polen und mittlerweile auch die Slowakei. Natürlich hängt dies auch wieder mit der räumlichen Nähe zur DACH-Region zusammen.

 

Welche Maßnahmen kann die Politik ergreifen, um die aktuelle Situation zu verbessern?

Das ist eine schwierige Frage. Aktuell sehe ich keine Maßnahmen die von der Politik ergriffen werden, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Eher im Gegenteil, denn die Bürokratie, die vor allem zum Thema Arbeitgeberüberlassung in Deutschland eingeführt wurde, macht das Ganze noch viel komplizierter. In Österreich ist dies weniger ein Problem, hier ist die Bürokratie in dieser Hinsicht geringer. Eine Vereinfachung der Bürokratie bei gewissen Themen wäre eine Maßnahme zur Verbesserung der aktuellen Situation.

 

In welchen Branchen sehen Sie den größten Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften?

Es gibt meines Wissens momentan keine Branchen die keine Fachkräfte benötigt. Überall ist der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern hoch – Tendenz steigend.

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