Interview mit Christian Heinzl zum Thema Wohnraumproblematik

Christian Heinzl: „Die Wohnungsproblematik schürt den Fachkräftemangel."

Christian Heinzl über die Wohnraumproblematik und die Auswirkung auf den Fachkräftemangel

Wohnen ist eines der Top-Themen in der deutschen Medienlandschaft und ganz oben auf der Agenda der Deutschen Bundesregierung. Die Wohnproblematik wird gesellschaftlich heiß diskutiert und spielt auch beim Thema Fachkräftemangel eine wichtige Rolle. Im Interview verrät Christian Heinzl wie er die Situation wahrnimmt und welche Initiativen sowie neuen Modelle geschaffen werden können.

 

Das Thema Wohnen wird heiß diskutiert – auch unter den Wirtschaftstreibenden?

Die Wohnungsproblematik schürt aktuell auch das Thema Fachkräftemangel. Die HEINZL Firmengruppe sucht laufend bezahlbaren Wohnraum für die Mitarbeiter – dies gestaltet sich allerdings enorm schwierig. Hinsichtlich Mitarbeiterzimmer besteht ebenfalls akuter Mangel in Baden Württemberg und Bayern, aber auch im österreichischen Vorarlberg.

 

Was sind die Probleme in Bezug auf Wohnen und Arbeit?

Facharbeiter die aus den benachbarten EU-Ländern zu uns kommen benötigen bezahlbaren Wohnraum. Können wir keine geeigneten Mitarbeiterunterkünfte bieten, bleiben natürlich auch die Fachkräfte aus.

 

Welche Unterschiede im Preisniveau bestehen in den verschiedenen Regionen in Baden Württemberg?

Aufgrund der Begehrlichkeit steigt das Preisniveau in der Region Oberschwaben-Bodensee-Allgäu an. Dadurch sind die Bauplätze für kleine Familien kaum noch erschwinglich. Auch die Mietpreise sind mittlerweile eine extrem teure Angelegenheit. Die hohe Baukonjunktur ist dabei ein Auslöser für die rapid wachsenden Baupreise der Baufirmen.

 

Was kann die Politik zur Wohnsituation beitragen?

Ein großes Manko sind hierbei sicherlich die Behörden – das beginnt bereits auf regionaler Ebene. Möchte man heute eine Mehrfamilienwohnlage bauen, geht dieses Vorhaben durch die verschiedensten Gremien bis endlich was passiert. Eine Baubewilligung zu erhalten dauert dadurch teilweise mehr als 12 Monate. Weniger Bürokratie würde die Lage verbessern.

 

Welche Initiativen können Betriebe setzen, um den Fachkräften ausreichenden Wohnraum zu gewährleisten?

Die Zusammenarbeit zwischen den Arbeitgebern und den örtlichen Gemeinden sowie Städten muss besser und einfacher werden. Auch die Kommunen müssen sich hier schneller und konstruktiver bewegen. Ohne bezahlbaren Wohnraum können keine Fachkräfte angesiedelt werden – ohne Fachkräfte kann der ansässige Betrieb wiederum nicht expandieren.

 

Braucht es zukünftig andere Modelle um Wohnen und Arbeit besser vereinen zu können?

Es bedarf einer Vereinfachung was die Grundstücksfindung sowie die Umwidmung zu Bauland betrifft. Es gäbe viele Flächen, die allerdings nicht als Bauland gewidmet sind – die Behörden sehen auch nicht vor dies zu ändern.

 

Noch eine private Frage an Christian Heinzl: was raten Sie jungen Menschen, um sich erfolgreich ein Eigenheim aufzubauen?

Auf Grund der aktuellen Zinsphase ist es sicherlich lukrativ zu bauen – allerdings muss man dabei die Dauer der Finanzierung beachten. Die Grundstückspreise werden sich die nächsten Jahre weiterhin nach oben entwickeln. Dass die Preise in den kommenden Jahre sinken halte ich für ausgeschlossen.

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